Dojo-Emblem

 

                                          

  1. Die äußere Form zeigt alle Richtungen (happo) an, nach denen man sich bewegen kann, gleichzeitig die Himmelsrichtungen. Es ist auf der rechten Brustseite des gi aufgenäht (siehe § 2/8 DS).
  2. Die äußere Form ist grob, dick, schwarz, ungeschliffen, eckig, kantig und symbolisiert den Beginn eines deshi mit seiner Ungelenkigkeit und Unwissenheit; die Breite des schwarzen Striches zeigt auch einen langen Übungsweg an, bis man zur nächsten Stufe kommt; es ist noch das (rein körperliche Üben), renshu.
  3. Die nächste Stufe ist ebenfalls noch das Achteck, jedoch schon feiner, die Linien dünner, nicht mehr so schwarz und zeigt den Fortschritt der Erkenntnis, sowohl im Denken, wie in den Bewegungsabläufen, dennoch eckig; es ist das shu, das Lernen der Formen, die Vorstufe des Verstehens.
  4. Die nächste Stufe bildet den Kreis. Hier ist alles abgeschliffen, abgerundet, die waza vollendet. Der Kreis bedeutet die Vollendung, die Unendlichkeit, die keinen Anfang und kein Ende hat. Es beginnt mit okuden (ab 1.DAN) der technischen Verfeinerung, doch mehr zur inneren Haltung. Geistige Reife verbindet sich mit technischer Reife und zeigt sich vor allem in der äußeren Haltung. Die dünne Linie des Kreises bedeutet auch, daß er nicht von allen wahrgenommen wird, die geistige höhere Bedeutung wird nicht angenommen, nicht verstanden, bis durch Geduld, Beharrlichkeit und Gehorsam das Ziel erkannt, angestrebt und angenommen wird. Shin, die geistige Voraussetzung der Weglehre wird erkennbar. Gleichzeitig bietet der Kreis keine Angriffsfläche, jeder Angriff, jede Waffe, jeder Versuch prallt daran ab, wird durch die Rundungen abgeleitet. Der Kreis bedeutet das bewußte Erreichen und das bewußte Erkennen der Harmonie.
  5. Auch die Zwischenräume haben ihre Bedeutung. Wenn auch kaum erkennbar, so sind die Abstände zwischen den einzelnen Stufen doch unterschiedlich, sie bedeuten auch die Zeit-und Übungsräume zwischen den Kyu (Schüler)-shikenshoshin; Geist des Anfängers, bis hin zum sheishin der DAN-Grade, dem Geist des Fortgeschrittenen. Der erste Abstand zwischen der schwarzen äußeren Umrandung zum dünneren Bereich ist geringer, weil diese Phase vom deshi scheinbar schneller erreicht wird; er glaubt dies jedenfalls durch das Erreichen von besseren körperlichen, technischen Übungen, bis er das ki-gamae die innere, geistige Haltung erkennt und erfährt. Der Zwischenraum zum Kreis ist sichtbar größer und stellt den Zeitraum des Erkennens, des Übens, des Arbeitens, des Lernens dar. Das shishei wird erkennbar, die Haltung, die sich als physische und psychische Grundvoraussetzung der inneren Erfahrung für den rechten Weg (DO) zeigt. Hier findet das ha statt, das Überschreiten der Formen, die sogenannte Formfreiheit und beginnt ab dem 1.DAN, dem Grad des Suchenden nach dem rechten Weg (DO).
  6. Daß die Schrift erst im zweiten Zwischenraum steht hat ihre Bedeutung. Erst ab dieser Stufe erkennt der Schüler den besonderen Sinn und den Wert eines jugyô mit einem sensei an. Hier wird die Kunst des wahren Kämpfens, mit dem eigenen „Ich“, sichtbar und die Anerkennung, daß sie nach außen nur der Selbstverteidigung dient. Das geiko, der Kampf um die innere Vollendung beginnt, das Nachdenken, das Überdenken in der Beziehung der drei Komponenten beim Üben im Budo wird sichtbar: waza: die Technik, ki: die Energie, shin: der Geist.
  7. Der große Innenraum des Kreises symbolisiert den Inhalt der (Lehre) oshi, die durch eine gakko, das Jiu-Jitsu und letztlich durch den Meister, den sensei, vermittelt wird. Es symbolisiert auch die -Mitte-, das ha-ra, das Zentrum – und das Ziel. Hier findet sich auch die Vollendung, Grad des Wissens (renshi), die Grade der Reife (kyoshi und hanshi). Somit sind wir dem Ziel, dem gokushi, dem eigentlichen, „innersten Geheimnis der Kampfkunst“, nähergekommen.
  8. Das Ganze zusammen bildet eine Einheit, das shitei, die sensei-deshi-Beziehung
    symbolisiert den Weg, das DO des Lernens, des Übens, des Verstehens, des Anerkennens und das dojo, den Übungsraum, wo dies alles erfahren, geübt und erkannt wird.
    Es ist das shu-ha-ri, die Fortschrittsabschnitte auf den Stufen des Weges (DO).

    XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXRudi Pross sensei-dai      RP/09.2012/FB/02/6

 

 

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